Ja ja, so is des…

Mit diesem Zitat aus dem gerade eben abgeschlossenen Filmprojekt “Tage Wie Jahre” melde ich mich hier mal wieder kurz zurück.

Die letzten Wochen bargen einiges an Arbeit und somit litt einmal mehr die Regelmäßigkeit der Wochenpost. Um einen kleinen Einblick in das zu bekommen, was mich so beschäftig hat, darf ich weiter verweisen auf den Blog von “Tage Wie Jahre” (tagewiejahrefilm.blogspot.com), der ein kleines Produktions-Tagebuch beinhaltet, u.a. mit Einblicken in die Musikproduktion.Die war wieder einmal recht üppig. Um es kurz zu machen: es begann mit Band-Aufnahmen im Dorian Gray Studio in Eichenau, ging über Schlagzeug-Overdubs von Stephan (Ebn) in Abensberg, Orgel-Aufnahmen mit Helmut (Zerlett) in Köln, Orchester-Aufnahmen mit dem Filmorchester-Babelsberg (ein irres, neues Studio!!) in Berlin bis hin zu den Aufnahmen mit dem Tenor Attilio Glaser, der die Schluss-”Arie” auf italienisch intonierte. Was für eine Odysee.. ..die für mich aber erst dann so richtig ihren Anfang fand. Ich war dann nämlich in der wenig beneidenswerten Situation, all diese unterschiedlichen Materialen wieder zusammenbringen zu müssen/dürfen um es wieder auf den Nenner zu bringen, den die Midi-Layouts darstellten und diesen sogar zu übertreffen.. Nun, bei aller Bescheidenheit darf ich doch meinem Stolz und meinem angeborenen Narzismus eine kleine Plattform bieten und behaupten, dass sich das Ergebnis schon hören lassen kann. Wobei das “schon” nur eine meiner angeborenen Bescheidenheit entspringende Diminuation Rechnung tragen soll ;) Die Premiere dieses Epos findet am 19. Juli im Kino in Abensberg statt. Nach der Premiere läuft “Tage Wie Jahre” noch eine ganze Woche dort im Kino im Abendprogramm!

Ansonsten kann ich berichten, dass ich von der Filmmusic Conference in Ubeda, Spanien zur diesjährigen Konferenz wieder eingeladen wurde. Letztes Jahr wurde ich dort ja geradezu mit (Jerry Goldsmith-) Preisen überhäuft (Übertreibung nicht ausgeschlossen). Dieses Mal aber darf ich mich in Form eines Vortrages, wie die Kollegen aus Hollywood, selbst präsentieren sowie an einem Klavier-Vortrags-Abend mit dem ehrenwerten Bruce Broughton und dem nicht minder ehrenwerten Joel McKneely teilnehmen. Auf Grund meiner nicht allzu übermäßig vorhandenen Klavierkenntnisse sicher eine Zitterpartie. Nach einigem Hin und Her werde ich die zehn Minuten mit einem der Songs aus “Tage Wie Jahre”, sowie mit der für Klavier adaptierten JULIAN-Suite füllen. Letzteres war ein Stück aus meinem Diplom-Konzert-Programm, eigentlich für Klavier, Solo-Geige und Streichorchester.

Ein Live-Hinweis sei an dieser Stelle noch genannt: mit anderen Werken meine ehemaligen Studienkollegen wird meine Suite für großes Orchester “Into The Blue” während meines Spanien-Aufenthaltes vom Konzertverein Isartal am 12.07. um 21 Uhr in Farchet aufgeführt. Mehr Informationen unter: www.isartal-konzertverein.de

So, dass sei’s an dieser Stelle auch schon gewesen. Es erwartet mich noch einiges an Arbeit in der Vorbreitung für Ubeda. Nach meiner Rückkehr gibt’s sicher wieder einiges zu berichten. In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit und auf Wieder-Lesen!!

Tage Wie Jahre & Wochen Wie Monate

Die Streikwelle hat nun auch die “Wochenpost” erfasst. Der enorme Informationsgehalt konnte von der kleinen elitären Truppe an Journalisten nicht mehr bearbeitet werden ohne Nächte lang durchzuarbeiten und somit Massen an unbezahlten Überstunden anzuhäufen. Der Forderung von 34,56% mehr Lohn pro Ausgabe wollte der Betriebsrat bisher nicht nachkommen, so dass nur die Notbesetzung tapfer die Stellung hält und alle verfügbaren Neuigkeiten eifrig zusammenträgt.

Nun, genug des Vorgeplänkels und der Rechtfertigungsversuche für die Rekordverspätung. Natürlich ist so einiges passiert in den letzten Wochen, u.a. sogar ein paar Tage Urlaub, man glaubt es kaum. Das jedoch nicht, bevor ich den 3D-Animations-Film “Mobile in Holiday” von Arondix Animations fertig vertont hatte. Bestaunt kann das Werk unter www.arondix.com werden. Zwei sehr interessante neue Projekte sind mit Richy Nespithal und seinem Arondix-Team bereits wieder in der Vorbereitungs-Phase, ich halte euch auf dem Laufenden.

Meine volle Aufmerksamkeit konnte ich in den letzten Wochen jedoch dem heißersehnten neuen Film von Konstantin Ferstl widmen: “Tage Wie Jahre“. Nach der üblichen anfänglichen Anspannung, oder besser Verspannung, flossen aber Gott sei Dank die Ideen wieder. Bei dieser Art von Projekten, speziell bei Konstantins Filmen, steht mir immer mein eigener Anspruch im Weg. Natürlich will man jedes Projekt bestmöglich bedienen, jedoch ist bei den üblichen Tv- und Kino-Projekten durch den kommerziellen Druck relativ klar, wie die Musik aussehen muss. In diesem Rahmen kann man seiner Kreativität dann zwar immer noch, je nach Regie-/Produktions-Wünchen, freien Lauf lassen, jedoch ist dieser Rahmen dann realtiv fix. Bei Independent Projekten kann die künstlerische Ader aber oft mehr zum Tragen kommen, so zumindest bei so einer langjährigen kreativen Zusammenarbeit und daraus resultierenden Vertrauen. Die ersten Aufnahmen zur mittlerweile kompositorisch fertiggestellten Musik finden nächste Woche im Dorian Grey Studio in Eichenau statt, wofür ich wieder äußerst hochkarätige Musiker gewinnen konnte. Mehr dazu dann demnächst. Soviel vorab: die Musik besteht aus orchestralen, eher streicherlastigen Passagen, garniert mit markanten Holzbläser-Bewegungen, das Ganze wird kombiniert mit jazz-poppiger Band-Musik und dezenten Elektronik-Einsätzen. Den Schluß des Films wird ein kleines Überraschungs-Comeback versüßen, mehr wird aber vorerst nicht verraten. Weitere Infos und Berichte zum Film findet ihr unter www.tagewiejahrefilm.blogspot.com

Allzu oft bin ich nicht dazu gekommen, ins Kino zu gehen in letzter Zeit, deswegen fällt die “Kritik”-Ecke eher spärlich aus. “Der Rote Baron” habe ich zum einen gesehen, jedoch kann ich hierzu kaum etwas schreiben weil kaum etwas positives an diesem Werk aufgefallen ist. Ein weiterer der spärlichen Kino-Besuche war den “Spiderwick Chronicles” gewidemt. Eigentlich ein Fantasy Film für Kinder, aber ich war so gespannt auf einen neuen Fantasy Score von James Horner.. Und ich wurde nicht enttäuscht: entfernte und weniger entfernte Anleihen an frühere Musiken des Genres vom Altmeister, wie zum Beispiel Caspar oder Willow sind zwar enthalten, aber im großen und ganzen weiß die Musik mit einem hohen Innovations-Grad zu fesseln. Nicht die üblichen fetten, heroischen Hornmelodien oder große Themen begleiten durch den Film, vielmehr filigrane Klänge von einer wahrscheinlich übermäßig großen Orchesterapparatur erzeugt. Natürlich bäumt sich der Klangkörper in annähernd üblicher Weise bei Verfolgungsjagden und gigantischen Landschaftsüberflügen auf, James Horner weiß aber auch dann immer noch auch das künstlerisch kritische Ohr zu äußerster Begeisterung zu bewegen. Besonders markant die pianissimo Glissandi in den Streichern durch alle Register, eine fantastische Idee..

Zu guter Letzt freut es mich hier schreiben zu dürfen, dass ich wieder meinen festen Platz am Schlagzeug auf der Bühne habe, und zwar bei der Johnny Lorenz Band. Gleich in doppelter Hinsicht eine Freude: zum einen kann ich mich meinem favorisierten Instrument wieder mehr widmen und das zum anderen auch noch in einer Musikrichtung, die mir in den letzten Jahren sehr ans herz gewachsen ist: New Country. Konzerttermine findet ihr auf der Band-Seite www.johnny-lorenz.com .

Natürlich bin ich noch nicht dazu gekommen, die versprochenen MP3 Updates hochzuladen inkl der Musik zu Victory Day, das werde ich jedoch schleunigst nachholen. Das Warten hat sich aber gelohnt, weil der Score durch das Mastering von Jazzy Jentzmyk noch den letzten Schliff verpasst bekommen hat.  Mit diesem Versprechen beschließe ich diesen Eintrag und hoffe auf ein baldiges Wiederlesen!!

“A blink in his eyes…”

Eine äußerst turbulente Phase neigt sich dem Ende zu und eine etwas ruhigere stellt sich in Aussicht..

Mit einem freudigem und einem tränenden Augen habe ich am Donnerstag das letzte Stück für die letzte Folge der ersten Staffel der Rudi Rüssel-Serie komponiert. Eine auf kreativer und menschlicher Ebene äußerst befriedigende Arbeit, wie man sie selten findet. Trotz des sehr frühen Sendeplatzes, das freut natürlich um so mehr, bildet sich schon jetzt ein beachtlicher Fankreis um die Abenteuer des süßen Ferkels..

Victory Day: eine lange Reise geht zu Ende. Die Filmmischung zog noch kleinere Änderungen nach sich, aber letztendlich habe ich Anfang letzter Woche das Projekt abgeschlossen. Es stehen noch zwei Mischungs-Tage für kleinere Anpassungen und Änderungen an, sowie das Erstellen von Teaser und Trailer. Dann ist es soweit und der Film kann sich auf seinen Weg durch Filmfestivals machen und findet hoffentlich auch einen kleinen Verleih. Das Endergebnis kann sich wirklich sehen und hören lassen. Beim Color-Grading wurde ganze Arbeit geleistet und mit Sounddesigner Daniel Dietenberger sowie Mischtonmeister Jürgen Roth lässt der Film auch auf der Ton-Ebene keine Wünsche offen. Ich hoffe, ich kann bald einen Link zum Trailer hier posten und einige Mp3s auf die Seite stellen. Die Musik hat im Feinschliff durch den Luxus einer komplett neu aufgesetzten Musik-Mischung von Jazzy Jentzmyc in sehr sehr langen Nächten einiges an Druck und Transparenz dazu gewonnen. Stay tuned..

Dörte’s Dancing: auch hier fand letzte Woche die Hauptmischung statt und nach einer traumhaften Abnahme durch zwei sehr professionelle und zugleich unterhaltsame Pro7-Redakteurinnen ist das Projekt bereit für die Erstausstrahlung in der Funny-Movie-Reihe am 11.März um 20:15. Wer hier Humor auf hohem Niveau erwartet ist sicher falsch. Wer allerdings das Original “Dirty Dancing” kennt (und wer kennt ihn mehr oder weniger freiwillig nicht;) und Lust auf eine klamaukige Hommage mit viel Liebe zum Detail hat der liegt goldrichtig und bekommt gratis Anspielungen auf viele andere Musik und Tanzfilme oben drauf. Score-technisch ist der Film eher zurückhaltend ausgestattet, denn, wie das Original, lebt auch die Spoof-Version von den Songs der 50er und 60er Jahre.

Ich darf mir erlauben, auch dieses Mal wieder einen kleine Filmtip auszusprechen:

Sweeny Tood-the demon barber of Fleet Street. Wer, wie ich, ein großer Tim Burton Fan ist, kann natürlich dem magischen Drang nach dem Kauf einer Kino-Karte nicht widerstehen. Man ist opulente und außergewöhnliche, visuelle Umsetzung, guten Cast sowie gigantische Musik gewohnt und wird trotzdem jedes Mal wieder überrascht. Die erste Überraschung schon im Vorspann (ein, wie immer, visuelles Meisterwerk für sich selbst): kein Danny Elfman taucht im Vorspann als Komponist auf, obwohl die bis dato erklungenen Orchester-Wellen selbiges vermuten ließen. Es ist vielmehr, und was liegt näher, der originale Komponist des Musicals Stephen Sondheim. Natürlich ist hinter den Kulissen auch eine Horde von Orchestratoren, die sogar im Vorspann genannt werden, tätig, aber spätestens wenn der Schriftzug “Sweeny Todd” auf der Leinwand erscheint, werden einem sämtlich Zweifel aus dem Kopf geblasen, Gänsehaut garantiert! Selten hat man so eine Oberamtliche Musik-Mischung/-Aufnahme im Kino hören dürfen, obwohl Tim Burton sicher auch hier einer der penibelsten seiner Zunft ist. Allerdings eine Warnung vorab: wer mit dem Anblick von Blut jeglicher Art Probleme hat, sollte diesen Film im Kino eher meiden, bzw nach 45min den Film besser verlassen, denn was uns dann erwartet.. Nun ja, das müsst ihr selbst wissen. Allerdings ist das Gesamtwerk, allen voran überraschend musikalisch Johnny Depp in der Hauptrolle, über jeden Zweifel erhaben. Einige persönliche Anmerkungen wären, dass ich Helen Bonham Carter stimmlich nicht die für Idealbesetzung Besetzung halte und einen DiCaprio-Verschnitt, wie ihn Jamie Bower verkörpert, muss ich auch nicht unbedingt haben.. Alles in allem haben diese Dinge das Filmvergnügen keinesfalls getrübt. Hervorzuheben wäre noch eine kleinere Hauptrolle: der 15-jährige Ed Sanders, hier laut IMDB in seiner ersten, gar nicht einfachen Rolle gleich mit Gesangspart, überzeugt von der ersten Sekunde seines toll in Szene gesetzten Auftrittes, mehr davon!! Für die Musiker unter euch: lasst euch nicht von der Bezeichnung Musical abschrecken! Was hier musikalisch abgeht ist natürlich in gewisser Weise Massen-Konform, aber keineswegs kommerziell. Hier wird orchestratorisch mächtig in die Trickkiste gegriffen und kompositorisch gehen wir schon gut einen Schritt in Richtung Oper, ohne großen Meistern dieser Gattung zu Nahe treten zu wollen…

Zum Abschluss noch in ganz anderer Sache: diese Woche darf ich endlich wieder mal zu den Stöcken greifen. Wie fast jedes Jahr raffen zwei Hauptschul - Musiklehrer sich, ihre Kollegen und alle Schüler ihrer Schulen auf und stellen eine Musical-Produktion auf die Beine. Von der Choreographie über Kostüme und Dekoration wird alles in Eigenarbeit hergestellt und eingeprobt. Als letzter Schritt wird immer ein professioneller Tontechniker sowie eine Band aus professionellen Musikern hinzugezogen um alles auf die Bühne zu bringen. Dieses Mal wird sogar ein eigens dafür von mir komponierter Song mit Unterstützung einer 8-köpfigen Percussion-Truppe mit von der Partie sein. Die Aufführungen finden am 7. und 8. März um 19 Uhr in der Hauptschule Mainburg statt.

So, das war’s für’s erste mal wieder! Ich freu mich, wie immer, über Anregungen und Kommentare und hoffe man liest sich nächste Woche wieder in “alter Frische”.. .. ..

“The ball you’ve set in motion…

… can keep bouncing after you’ve lost interest in it.” (Charlie Wilson’s War)

Nun, ich weiß, die “Wochenpost” widerspricht schon mit dem zweiten Eintrag ihrer eigentlichen Bedeutung, aber ich gelobe Besserung. Zu meiner Verteidigung sei zu sagen, dass die letzten zwei Wochen wirklich sehr, sehr turbulent waren, dazu aber noch mehr.Zunächst freut es mich, allen Frühaufstehern, “Spät-Ins-Bett-Gehern” oder Familien-Vätern/-Müttern mitteilen zu dürfen, dass ab kommenden Samstag wöchentlich immer um 08:25 Rudi Rüssel in seiner neuen Rennschwein-Serie der ARD/ des WDR durch die Wohnzimmer flitzt. Parallel arbeiten Helmut und ich gerade noch an der Musik der letzten 3 der für’s erste 13 Folgen. Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit.

Weiterhin freue ich mich, dass ich zwei weitere Filmprojekte gestern und heute abschließen konnte: Die Musik zum Independent-US-Kinofilm “Victory Day” ist fertig. Noch bis Sonntag wird der Film in den Bavaria Studios gemischt. Dann darf der Film endlich die Festivals dieser Welt unsicher machen. Der Score ist recht Zirngibl-untypisch geworden: sehr elektronisch gehalten, a-thematisch, expressionistisch, monoton um nur einige Schlagworte zu nennen. Abgerundet wird der Soundtrack durch die aussergewöhnlichen Songs des englischen Kollegen Rhett Brewer, man darf gespannt sein. Ich hoffe, hier bald einigen Hörstoff präsentieren zu können.

Des weiteren habe ich heute die Arbeiten an der Musik zum Pro7 “Funny Movie” Dörte’s Dancing abgeschlossen, die in Zusammenarbeit mit Andi Weidinger entstanden ist. Damit holt mich das Comedy Genre nach dem Wixxer II und Kein Bund Für’s Leben wieder ein.. Ausgestrahlt wird das Ganze mit vielen der Original-Songs aus dem Original-Film am 11. März um 20:15 auf Pro7 .Seit Letzter Woche auch schon auf Sendung ist das neue Sound-Design des TV-Senders BR Alpha, das in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Filmmusik-Klasse entstanden ist.

Zu guter Letzt darf ich noch zwei Kino-Empfehlungen zum Besten geben:

CLOVERFIELD: von der Regie- und Produzenten-Legende J.J.Abrahams (Lost, Star Trek etc). Wie zu erwarten ein recht ungewöhnliches Konzept, das in Ansätzen schon von Filmen wie Blair Witch Project bekannt ist. Allerdings hat er das Ganze auf die Spitze getrieben. Allein technisch ist dieser Film schon an der Grenze des Vorstellbaren. Wer hier Popcorn-Monster-Kino à la Godzilla erwartet ist hier garantiert emotional überfordert. Denn einmal selbst von einer Art Godzilla verfolgt zu werden, auf eine Art und Weise, dass man beim Verlassen des Kino-Gebäudes die Ohren spitzt und des öfteren vorsichtige Blicke über die Schulter wirft, das hat der normale Kino-Besucher sicher selten bis gar nicht erlebt. Das Ganze natürlich komplett ohne Film-Musik! Allerdings wird derjenige, der, noch immer unter Schock, beim Abspann sitzen bleibt, reichlich mit einer 7-minütigen, musikalischen Hommage der Extraklasse an Monster-Film-Klassiker von Michael Giacchino belohnt…

CHARLIE WLSON’S WAR: noch nie habe ich ein so brisantes Thema so voller Ironie und Selbstkritik filmisch umgesetzt erlebt. Die amerikanische Heldentrompete, eine riesige US-Flagge und ein geschniegelter Tom Hanks bei einer Ehrenfeier führen zunächst auf die falsche Fährte (ach, wieder einer dieser pseudo-heroischen, selbstverliebten, “wir retten die Welt”-Filme). Dem aufmerksamen Zuschauer und Zuhörer werden aber schon kleine Hinweise auf das Kommende gegeben: James Newton Howard (in zurückhaltender Bestform) leitet den Film, vor besagter Heldentrompete (bitte ins Alltags-Musik-Vokabular aufnehmen!), mit einer an Bill Frisells Musik erinnernden TexMex/Country - SlideGitarren - Passage ein.. Mehr sei erstmal nicht verraten. Auf jeden Fall wird man sich trotz der Brisanz des Themas großenteils vor Lachen nicht auf dem Sitz halten können, die letzten paar Minuten allerdings bleibt einem eben jenes dann buchstäblich im Hals stecken. Musikalisch führt uns Howard von besagter Texas-Gitarren-Musik(Charlies Herkunft beschreibend) über schon von Blood Diamond u.ä. bekannten Perkussion-Feuerwerken zu zurückhaltend heroischen Orchestermusiken. Besonders ragen einige Passagen heraus, in der er eine frühklassisch anmutende, Messe-artige Komposition mit Nah-Ost-Perkussion-Grooves unterlegt. Das alles wirkt im Film nie aufgesetzt oder effekt-haschend. Im Genteil, die Musik-Passagen sind immer sehr zurückhaltend in den Film eingeflochten und holen den Zuschauer nach all den komödiantischen Szenen immer wieder auf den Boden der (geschichtlichen) Tatsachen zurück..: “WE FUCKED UP THE END GAME” (Charlie Wilson)

Das war’s für’s Erste mal wieder. Ich freue mich über eure Kommentare, Kritiken und Anregungen und hoffe, wir lesen uns nächste Woche wieder! ;o)

Am Anfang war der gute Vorsatz. . .

Ein neues Jahr voller Visionen, Ideen und Vorsätze hat vor 30 Tagen, 8 Stunden und 16 Minuten laut unseres Kalenders begonnen. Willkommen zu meinem Blog, der Teil einer dieser Ideen ist!!Wie so viele Menschen gehöre ich zu der Sorte, die oft solch eine künstlich geschaffene Deadline, die man selbst nicht beeinflussen kann, brauchen, um im wahrsten Sinne des Wortes das mehr oder minder beliebte Hinterteil hochzukriegen.. Das “Kreativität-in-letzter-Sekunde”-Syndrom ist in meiner Berufsgruppe also nicht nur auf das rein Berufliche beschränkt, doch dazu sicher noch mehr.. An dieser Stelle habe ich mir vorgenommen, jede Woche ein paar Hintergrundinfos zu posten, die sowohl den Rahmen meiner Homepage, als auch den Rahmen des Interesses durchschnittlicher Informationsbesuche auf eben dieser sprengen. Das wird genauso Infos zu aktuellen Projekten, wie auch Gedanken zu Filmen und Soundtracks etc., sowie teilweise Satirisches beinhalten.So ganz selbstlos ist das Ganze dann leider auch nicht, denn zum einen ist mir das Newsletter-Schreiben zu umständlich, zum anderen hoffe ich darauf, dass der eine oder andere Lust verspürt, hier direktes Feedback zu posten.Das war jetzt schon eine ganze Menge Text, deshalb hier nur noch kurz im Überblick, was mich so die nächsten Wochen beschäftigen wird. Nach meinem Hörsturz im Dezember habe ich die Arbeiten an der Sat1 Serie “Maddin in Love” abgebrochen; die Musik dazu schrieb Helmut (Zerlett) deshalb zusammen mit den Gebrüdern Hornschuh. Da ich aber seit letzter Woche wieder langsam in’s Arbeitsleben zurückkehre, füllt sich meine “To-do” - Liste wieder ordentlich:

  • Victory Day: das Erstlingswerk des US-Regisseurs Sean Ramsay, ein autobiographischer Independent Film über sein Leben als Kriegsberichterstatter in Tschetschenien verknüpft mit einer fiktiven Politthriller Geschichte. An diesem Projekt arbeite ich schon seit Juli letzten Jahres. Wir kommen jetzt aber in die Endphase und es wird hier sicher auch bald etwas zu sehen und hören geben.
  • Rennschwein Rudi Rüssel - Die Serie: zusammen mit Helmut schreibe ich die Musik zur Serie über das putzige Schwein, das einen fast zum Vegetarier werden lässt (keine Angst, mich sicher nicht;). Ein paar Folgen stehen noch zur Vertonung aus, erste Hörbeispiele gibt’s schon auf meiner Homepage. Sendestart ist der 23. Februar, dann wird jeden Sa morgens um 08:35 eine der 13 Folgen ausgestrahlt, aufstehen lohnt sich (oder späteres Ins-Bett-Gehen).. ..
  • Pro7 startet nach der extrem erfolgreichen “Märchenstunde” eine neue Reihe, die “Funny Movies”. In dieser Reihe sollen klassische Film-Genres parodiert werden. Ein besonderes Vergnügen ist es mir (viele Männer werden das gut nachvollziehen können), dass ich, zusammen mit Andi Weidinger, einen der vier Filme, nämlich “Dörte’s Dancing” vertonen darf. Der Titel spricht für sich, denke ich..
  • In der Blogroll schon ersichtlich: “Tage wie Jahre”, der neue Film von Konstantin Ferstl. Mehr zu Musik und Film demnächst..
  • Außerdem gibt es noch ein paar Kleinigkeiten, über die ich im nächsten Eintrag mehr schreiben werde, es soll ja nicht nur beim Vorsatz bleiben..

In diesem Sinne weiterhin viel Spaß beim Lesen, bei Gefallen einfach Link weiterreichen, bei Nicht-Gefallen alles vergessen, und dann bis hoffentlich nächste Woche!!